bionamics | Die „Denkfabrik“ ist eröffnet

Die „Denkfabrik“ ist eröffnet

Medienecho (Kieler Nachrichten vom 8. März 2008)

Kiel – Während draußen unter grauem Himmel noch Bagger Erde schaufelten, machte sich im Innern des Wissenschaftszentrums Aufbruchstimmung breit: Das Zentralgebäude, Herzstück des Kieler Wissenschaftsparks, wurde nach 18 Monaten Bauzeit eingeweiht &ndash unter dem Motto „Eine Vision wird Wirklichkeit“.

Dass es von der Vision bis zum konkreten Projekt in öffentlich-privater Partnerschaft recht lange dauerte, skizzierte der designierte Universitätspräsident Prof. Gerhard Fouquet in seinem Grußwort: Die Idee, eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Forschung zu schaffen, entstand in einem Arbeitskreis der Universität bereits 1999. Der damalige Rektor Prof. Reinhard Demuth, der gestern unter den Gästen war, begann danach zusammen mit der Stadt die zeitweise schwierigen Verhandlungen mit der Eigentümerin Preussag Immobilien GmbH: Deren 20 Hektar großes Gelände – die Industriebrache der ehemaligen Firma Hagenuk – sollte sich in direkter Nachbarschaft zur CAU zum Standort für einen Wissenschaftspark mausern, um forschende und technologieorientierte Unternehmen anzulocken.

Wissenschaftspark

Architekt Volker Scheel (rechts) übergab OB Angelika Volquartz und Stadtpräsident Rainer Tschorn den Goldenen Schlüssel für das Wissenschaftszentrum. Werner Kaessens (links) und Inge Schröder leiten das Zentrum, dem Prorektor Gerhard Fouquet, Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Mieter Timm Jessen (hintere Reihe von links) große Erfolgschancen voraussagen. Fotos JKK

Schon von Beginn an wurde die Bedeutung des Zentralgebäudes als Keimzelle für das Areal – so groß wie Kiels Altstadt – betont. So feierten alle Redner gestern die Einweihung der 2200 Quadratmeter großen Anlaufstelle für Forscher wie Firmen als Meilenstein. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen würdigte das Wissenschaftszentrum als Teil der Strategie des Landes, Schleswig-Holstein zur Top-Adresse für Forschung zu machen: „Die Wissenschaft von heute ist die Wirtschaft von morgen.“

Das Land investierte 4,3 Millionen Euro für den insgesamt 5,1 Millionen Euro teuren Bau und 300000 Euro für die Erschließung der Neufeldtstraße. Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz freute sich auch als Aufsichtsratsvorsitzende der Wissenschaftszentrum Kiel GmbH über die große Nachfrage: Unternehmen, die mit Hochschulen kooperieren, haben hier Büro- und Laborflächen, Schulungs-, Seminar und Veranstaltungsräume. Derzeit sind etwa 65 Prozent vermietet. Zu den ersten Mietern gehören die Patent- und Verwertungsagentur Schleswig-Holstein und neun Firmen aus Branchen wie IT, Biotechnologie, Umweltanalytik und Geruchsmessung. Dienstleister, darunter Berater für Ausgründungen und ein Hochschulverlag, sind ebenfalls bereits eingezogen. Noch bis kurz vor der Eröffnung sei er in Gummistiefeln und Baumwollhemd unterwegs gewesen, berichtete Dr. Timm Jessen, Geschäftsführer Bionamics (Biotechnologie und Wirkstoffforschung) als einer der ersten Mieter. Er warb dafür, die Denkfabrik zu öffnen, um Besuchern die Produktentwicklung von morgen in verständlichen Worten nahe zu bringen. Einen weiteren Appell richtete er an die anwesenden Stadt- und Landespolitiker sowie Vertreter von Unternehmensverbänden: Ein solches Projekt brauche unbedingt Nachhaltigkeit und Zeit.

Bislang arbeiten 47 Menschen in dem Zentrum, das Dr. Inge Schröder und Werner Kaessens leiten. In Planung sind Kompetenzzentren für Design und Software-Systeme. Akzente setzt auch der von ArchitektenContor entworfene Bau selbst – als Teil der Innovativen Bauausstellung im September in Kiel: Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgt für Strom, Bauform und Dämmung sichern optimalen Wärmeschutz.

Von Martina Drexler

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